Burnout und erschöpfungssyndrome

Prävention, Begleitung und therapeutische Einordnung

Wenn Überforderung anhält und Erschöpfung zum dauerhaften Zustand wird, braucht es mehr als Entlastung. Diese Seite richtet sich an Menschen in belastenden Phasen ebenso wie an jene, die frühe Warnsignale ernst nehmen und verstehen möchten, was Körper und Psyche anzeigen.

Burnout als komplexes Belastungsgeschehen

Burnout ist kein punktuelles Ereignis, sondern entwickelt sich meist über längere Zeit. Anhaltende Überforderung, fehlende Regeneration und innere Antreiber wirken zusammen und führen dazu, dass körperliche, emotionale und kognitive Ressourcen zunehmend erschöpft werden. Häufig entsteht dabei das Gefühl, dauerhaft funktionieren zu müssen, während die eigene Belastungsgrenze immer weiter überschritten wird.

Anhaltender Stress, Überforderung und Erschöpfung wirken sich nicht nur auf die Leistungsfähigkeit aus, sondern auf Körper, Psyche und Beziehungsgestaltung insgesamt. Therapeutische Begleitung kann dabei unterstützen, innere Signale wieder einzuordnen, Stabilität zu gewinnen und Überlastungsmuster schrittweise zu verändern.

Viele Menschen berichten in dieser Phase von innerer Leere, Reizbarkeit, Rückzug oder dem Verlust von Sinn und Orientierung. Auch körperliche Symptome wie Schlafstörungen, anhaltende Müdigkeit oder psychosomatische Beschwerden können hinzukommen. Diese Reaktionen sind keine Schwäche, sondern nachvollziehbare Antworten auf eine zu lange andauernde Überforderung.

Therapeutische Begleitung bei Burnout und Erschöpfung

In meiner Arbeit begleite ich Menschen sowohl in frühen Belastungsphasen als auch in deutlich eskalierten Zuständen. Der therapeutische Fokus liegt zunächst auf Stabilisierung, Orientierung und dem Aufbau von Selbstregulation. Erst wenn wieder ausreichend innere Sicherheit vorhanden ist, können belastende Dynamiken vertieft betrachtet und verändert werden.

Ich arbeite systemisch, strukturgebend und regulierend. Das bedeutet, dass wir nicht nur auf aktuelle Symptome schauen, sondern auf Zusammenhänge zwischen inneren Mustern, äußeren Anforderungen und biografischen Erfahrungen. Ziel ist es, die eigene Belastung besser zu verstehen, Grenzen wieder wahrnehmen zu können und neue Handlungsspielräume zu entwickeln.

Der therapeutische Prozess orientiert sich dabei am individuellen Tempo. Veränderung entsteht nicht durch Druck oder Optimierung, sondern durch Verstehen, Integration und eigene Erfahrung.

Prävention als Teil des Prozesses

Prävention bedeutet nicht, dass bereits alles gut ist.
Sie kann sowohl frühzeitig als auch begleitend im therapeutischen Prozess eine wichtige Rolle spielen.
Gerade nach Phasen intensiver Erschöpfung geht es darum, Warnsignale rechtzeitig wahrzunehmen, Überlastungsmuster zu erkennen und einen nachhaltigeren Umgang mit Anforderungen zu entwickeln.

Achtsamkeit verstehe ich in diesem Zusammenhang nicht als Technik oder Trainingsprogramm, sondern als eine Form von Präsenz und Wahrnehmung. Sie unterstützt dabei, innere Zustände differenzierter wahrzunehmen, frühe Anzeichen von Überforderung
zu erkennen und regulierend auf Belastung reagieren zu können.
Ziel ist nicht Rückzug oder Selbstoptimierung, sondern eine realistische, klare Beziehung zum eigenen Erleben.

Ein weiterer zentraler Aspekt präventiver Arbeit ist die Einbindung des Körpers.
Erschöpfung zeigt sich häufig zuerst körperlich – lange bevor sie gedanklich oder emotional benannt werden kann. Körperorientierte therapeutische Zugänge können dabei helfen, Spannungszustände zu regulieren, das eigene Belastungsniveau besser einzuschätzen und wieder Zugang zu Ressourcen zu finden, die im Erschöpfungsprozess verloren gegangen sind.

Systemische Perspektiven eröffnen zusätzlich die Möglichkeit, wiederkehrende Belastungsdynamiken im Kontext von Beziehungen, Rollen und Erwartungen sichtbar zu machen. In manchen Fällen können auch systemische Aufstellungen sinnvoll sein, um innere und äußere Zusammenhänge zu klären, Loyalitäten einzuordnen oder unbewusste Muster zu erkennen, die zur Überforderung beitragen.

Ergänzend fließen in meine Arbeit auch Haltungen ein, die sich an stoischen Grundgedanken orientieren: die Unterscheidung zwischen dem, was beeinflussbar ist, und dem, was nicht in der eigenen Kontrolle liegt; der bewusste Umgang mit inneren Bewertungen; sowie die Fähigkeit, innere Stabilität unabhängig von äußeren Umständen zu stärken. Diese Perspektive dient nicht der Abhärtung, sondern der inneren Klärung und Selbstführung.

Prävention bedeutet in diesem Verständnis nicht, Belastung zu vermeiden, sondern tragfähiger mit ihr umzugehen.
Sie unterstützt dabei, eigene Grenzen ernst zu nehmen, Handlungsspielräume zu erweitern und langfristig einen stabileren Umgang mit Anforderungen zu entwickeln – im Alltag ebenso wie in herausfordernden Lebensphasen.

Formate

Systemische Aufstellungsarbeit - auch bei Burnout und Überlastung
Aufstellungsarbeit bietet eine schier unendliche Variabilität und Vielfalt an Möglichkeiten und bedient sich einer ebensolchen Vielfalt an Methodiken. Auch bei Burnout und Überlastung